Karfreitag in der Erzabtei St. Peter
03.04.26
Der Karfreitag war in der Erzabtei St. Peter von einem intensiven liturgischen Programm geprägt, das den Konvent und die Gläubigen durch den ganzen Tag begleitete.
Nach der gesungenen Trauermette begann der Vormittag mit einem gemeinsam gebeteten Kreuzweg, dem Erzabt Jakob Auer OSB vorstand. In meditativen Stationen wurde das Leiden Jesu nachvollzogen und in die Gegenwart übertragen.
Am Nachmittag folgte die große Liturgie vom Leiden und Sterben Jesu. Diese wurde musikalisch mitgestaltet mit der Johannespassion von Anton Reinthaler sowie mit Gregorianischem Choral.
Erzabt Jakob griff in seiner Predigt das Bild vom Abendmahl auf: Jesus legt bewusst seine Kleider ab, um den Jüngern in der Fußwaschung Würde zu schenken. Dem gegenüber steht Golgotha, wo ihm die Kleider gewaltsam genommen werden und er seiner Würde beraubt wird. Daraus entwickelte der Erzabt die Frage nach den „Kreuzen unserer Zeit“. Besonders hob er die Gewalt an Frauen hervor – als ein Beispiel dafür, wie Menschen heute ihrer Würde beraubt werden. Zugleich betonte er den Unterschied zum Kreuz Christi: Im Leiden Jesu liegt nicht Sinnlosigkeit, sondern Erlösung. Mit den Worten „Es ist vollbracht“ wird deutlich, dass Christus Heil für die Menschen gebracht hat. So wird das Kreuz zum Zeichen der Hoffnung.
Am Abend fand eine Passionsandacht statt mit den „Sieben letzten Worten“ von Joseph Haydn, gespielt von einem Streichquartett der Stiftsmusik St. Peter. Die intensiven Betrachtungen von P. Prior Virgil Steindlmüller OSB übersetzten die Jesusworte in die Gegenwart und gaben Raum zur persönlichen Reflexion und Betrachtung.
Mit der gemeinsamen Komplet am wunderbar geschmückten Heiligen Grab wurde der Tag beschlossen.















